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Der wissenschaftliche Beirat 

Dr. phil. Nicola Unger

1988-1994 Ludwig - Maximilians - Universität München: Lehramt für Sonderschule

1990-1995 Erweiterungsstudium im Fach Didaktik des Deutschen als Zweitsprache

1998 Martin - Luther - Universität Halle - Wittenberg: Dissertation zum Thema: "Alltagswelten und Alltagsbewältigung türkischer Jugendlicher"

1998-2000 Schuldienst in Oberfranken: Studienseminar Verhaltensgestörtenpädagogik und Deutsch als Zweitsprache

WS 2000 - 2008 Martin - Luther - Universität Halle - Wittenberg: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Rehabilitationspädagogik

Veröffentlichungen:

Monographien:

Unger, N.: Märchen im Unterricht. Spezielle Fragestellungen und praktisches Beispiel. 

Unger, N.: Alltagswelten und Alltagsbewältigung türkischer Jugendlicher. Leske + Budrich Verlag, Opladen 2000

Opp, G., Unger, N.: Kinder stärken Kinder. Positive Peer Culture in der Praxis. Hamburg 2006

Artikel / Buchbeiträge:

Unger, N.: Märchen und Erzählungen aus verschiedenen Ländern. In: Petra Hölscher: Interkulturelles Lernen - Projekte und Materialien für die Sekundarstufe I. Cornelsen Verlag, Frankfurt a.M. 1994, 36-45

Unger, N.: Alltagsbewältigung türkischer Jugendlicher. In: Siegfried Hummelsberger (Hrsg.).: Didaktik des Deutschen als Zweitsprache und interkulturelle Erziehung. Theorie, Schulpraxis und Lehrerbildung. Schneider Verlag Hohengehren 2001, 188-211

Unger, N., Opp, G.: Heterogenität in der Schule – Migrantenkinder als professionelle Herausforderung. In: Bulletin der Arbeitsgemeinschaft LehrerInnen für Geistigbehinderte. 2001 (2), 8-18

Unger, N., Opp, G.: Begriffliche Grundlagen. In: Opp, G. (Hrsg.): Arbeitsbuch schulische Erziehungshilfe. Bad Heilbrunn 2003, 43-63

Unger, N., Budnik, I., Fingerle, M.: Arbeitsfelder der schulischen Erziehungshilfe. In: Opp, G. (Hrsg.): Arbeitsbuch schulische Erziehungshilfe. Bad Heilbrunn 2003, 145-197

Unger, N.: Gemeinsam statt einsam. Peergruppenarbeit in der schulischen Erziehungshilfe. In: Zeitschrift für Heilpädagogik. 12/2003, 505-510

Unger, N.: Erziehliche Prozesse und positive Peerkultur – neue Chancen für die Schule zur Erziehungshilfe? In: Schnoor, Heike [Hrsg.]: Sonderpädagogik: Rückblicke – Bestandsaufnahmen – Perspektiven / hrsg. v. Heike Schnoor u. Eckhard Rohrmann. - Bad Heilbrunn/Obb. : Klinkhardt, 2004

Unger, N.: Das Potential der Peergruppe. In: Preuss-Lausitz, U.: Schwierige Kinder – schwierige Schule. Konzepte und Praxisprojekte zur integrativen Förderung verhaltensauffälliger Schülerinnen und Schüler. Weinheim/Basel 2004

Unger, N., Opp, G.: "Gemeinsam statt einsam" – ein Forschungs- und Praxisprojekt der Peergruppenarbeit im Kontext Sonderschule. In: Soziale Welt, 1/2005

Opp, G., Unger, N., Teichmann, J.: Together, Not Alone: Positive Peer Culture in a German School. In: Reclaiming children and Youth. The Power of Peers. Volume 15, Number 4, Winter 2007 Lennox, p. 234 - 242

Unger, N.: Stichworte Interventionsdesign, Interventionsforschung, Interventionsmodelle, Interventionsprozesse. Zum Überblicksartikel von Opp, G.: Prävention und Intervention. In: Tenorth, H.-E., Tippelt, R.: Beltz Lexikon Pädagogik. Weinheim und Basel 2007, S. 356-357

Unger, N.: Positive Peerkultur im schulischen Kontext. In: Opp, G., Teichmann, J. (Hrsg.): Positive Peerkultur. Best Pratices in Deutschland. Bad Heilbrunn 2008, S. 59 - 84

Unger, N: Stichwort 2.1.4.1 Förderschule unter 2.1 Gefühls- und Verhaltensstörungen. In: Opp, G., Theunissen, G. (Hrsg.): Handbuch schulische Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn 2008

Unger, N., Brosch, A.: Pädagogische Raumgestaltung in der schulischen Erziehungshilfe. In: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete. Freiburg/Schweiz,  2008

Unger, N., Brosch, A.: Raum und Lernen. Theoretische Überlegungen zur Schule als pädagogischer Raum. In: Opp, G., Gebert, B. (Hrsg.): Schule als Lebensraum. Raumgestaltung als pädagogische Herausforderung. Bad Heilbrunn 2009

Die fachliche Begleitung der aphilia liegt in den Händen des wissenschaftlichen Beirats. Frau Dr. phil. Nicola Unger und die Diplom-Geologin und Künstlerin Marta Adelmann gehören zum Vorstand des Beirats und haben es sich zur Aufgabe gemacht, die ehrenamtliche Arbeit der Autorinnen und Autoren von aphilia zu unterstützen und zu koordinieren. 

Fragen an Frau Dr. Unger und Marta Adelmann

1. Was bedeutet eigentlich aphilia?

Dr. Unger:
Übersetzt heißt es "zur Freundschaft". Das zusammengesetzte Wort verbindet zwei Quellen abendländischer Kultur: Aus dem Lateinischen entstammt das a (zur), aus dem Griechischen das philia (Freundschaft). 


2. Worin besteht der Unterschied zwischen der aphilia und Wikipedia?

Marta Adelmann:
Mit der weitaus umfangreicheren Wikipedia kann und will sich die aphilia natürlich nicht messen. Die Wikipedia ist ein umfangreiches Lexikon. Die aphilia verabreicht ihre geistige Nahrung in wohl abgestimmten Portionen. Ein Kurs auf aphilia widmet sich einem Thema über mehrere Tage.


3. Wie viele Tage dauert ein Kurs auf aphilia?

Dr. Unger:
Drei bis zehn Tage. Wo es mehr Tage gewesen wären, wurde der Kurs geteilt. Es gibt jetzt beispielsweise zwei Chinesischkurse (Anfänger und Fortgeschrittene) mit jeweils 6 Teilen.



4. Wer sind die Autoren der aphilia?

Marta Adelmann:
Die Kurse werden von Autorinnen und Autoren mit sehr unterschiedlicher wissenschaftlicher Biographie eingereicht, darunter sind aktive und ehemalige Dozentinnen und Dozenten ebenso wie Studenten, Promovierende und wissenschaftliche Laien. Dadurch erhalten wir ein sehr breites Themenspektrum.


5. Welches Themenspektrum wird bei aphilia abgedeckt?

Dr. Unger:
Einzelne Fachbereiche sind Archäologie, Astronomie, Germanistik, Geschichte, Kunst, Sprachen, Naturwissenschaften, Pädagogik, Philosophie, Psychologie und Theologie. Ein sehr weites Feld, wobei die Geisteswissenschaften sicherlich im Vordergrund stehen. Dabei sollen aber Geistes- und Naturwissenschaften nicht isoliert betrachtet werden. Als Beispiel mag die Astronomie dienen, die als älteste Naturwissenschaft der Geisteswissenschaften bedarf, um ihre eigenen Grundlagen zu verstehen - Astronomie und Archäologie stehen sich bei genauerer Betrachtung erstaunlich nahe.


6. Werden neue Autorinnen und Autoren gebraucht?

Dr. Unger:
Im Moment werden noch Kurse aus den vergangenen Monaten lektoriert und in die aphilia integriert. Neue Kurse können voraussichtlich wieder ab Sommersemester 2010 eingereicht werden. 


7. Wie stark greift der wissenschaftliche Beirat in die eingereichten Manuskripte ein?

Dr. Unger:
Soweit es möglich ist, werden die Kurse direkt übernommen. Denn zum einen fehlt uns schlichtweg die Zeit, um alles noch einmal zu redigieren, zum anderen ist das Projekt an Laien wie Experten gleichermaßen gerichtet, verträgt also durchaus Kurse unterschiedlicher Qualität. Worauf wir aber achten, ist die Ausgewogenheit in der Themensetzung. In jedem Fachgebiet gibt es daher übergreifende und vertiefende Kurse. Auf Fehler werden wir zumeist nachträglich hingewiesen, und diese können dann in Rücksprache mit dem Autor behoben werden.

Marta Adelmann:
Der wissenschaftliche Beirat arbeitet in der Regel themenspezifisch. Geisteswissenschaften werden besser durch Frau Dr. Unger vertreten, Naturwissenschaften und Kunst fallen in mein Ressort. Natürlich sind wir nicht in allen Bereichen kompetent, im Zweifel greifen wir dann auf externen Rat zurück.


8. Frau Dr. Unger, sie beschäftigen sich als Pädagogin und pädagogische Autorin primär mit Kindern und Jugendlichen. Welchen Bezug hat diese Arbeit zur Erwachsenenbildung und zum Lebenslangen Lernen?

Kinder und Jugendliche trauen sich Fragen zu stellen, die den Erwachsenen auf der Zunge liegen, sie aber nicht (mehr) auszusprechen wagen. Sie bezweifeln gerne alles was in Büchern steht und man muss ihnen die Begriffe von Grund auf erklären. Wer mit Kindern argumentieren kann, der hat das nötige Rüstzeug zur Bildung in jeder Lebensphase.


9. Frau Adelmann, welche Verbindungslinien erkennen sie zwischen Kunst, Wissenschaft und Lebenslangem Lernen?

Als Künstlerin muss ich nicht nur kreativ sein, sondern meine Ideen auch in die Praxis umsetzen können. Dazu brauche ich eine ähnliche Struktur wie ein Wissenschaftler in seinem Labor. Labor und Atelier sind für mich Synonmye.
Den Begriff des Lebenslangen Lernens benutze ich nicht so gerne, das klingt mir zu sehr nach muffiger Schulbank. Meine Konzeption des Lebenslangen Bildens bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens, auch auf das Schöpferische.


10. Wie sieht die Zukunft des Lernens aus?

Dr. Unger:
Die Kanonisierung der Wissensgebiete, wie sie im Moment durch die Umstellung auf das System von Bachelor und Master vorangetrieben wird, wirft auch neue Fragen auf. Es geht um eine ganz grundsätzliche Positionsbestimmung zwischen notwendiger Wissenskanonisierung versus universitärer Freiheit. Ich denke, dass nach dem Abschluss des Bologna-Prozesses wieder neue Freiräume geöffnet werden müssen, auch hinsichtlich der Öffnung der Bildungsinstitutionen für das lebenslange Lernen und Bilden.

Frau Dr. Nicola Unger, Frau Marta Adelmann, vielen herzlichen Dank für dieses Gespräch, ihr Engagement, ihren Fleiß und ihr Fachwissen!
Günther Wilbrandt